Der SD&C Suit ermöglicht es, die Auswirkungen des Alterns nachzuempfinden. Die Simulation beschränkt sich auf den normalen biologischen Alterungsprozess, während geriatrische Erkrankungen bewusst ausgeklammert werden. Die Simulation umfasst die wichtigsten Auswirkungen des normalen Alterns, nämlich: geringere Kraft, eingeschränkte Beweglichkeit sowie eine verminderte Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf Sehen, Hören und Tastsinn.
Der SD&C Anzug umfasst folgende Teile:
- 1 Simulationsbrille
- 1 Paar Ohrenschützer
- 1 Halskrause
- 1 Overall
- 1 spezielle Simulationsweste mit neun Gewichten
- 2 Handgelenkgewichte
- 2 Knöchelgewichte
- 2 Ellenbogenbandagen
- 2 Kniebandagen
- 1 Paar weiße Handschuhe
- 1 Paar Handgelenkschützer
- 1 Anleitung
- 1 Rollkoffer
Ankleideanleitung
Auswahl der Testpersonen. Die Simulation addiert je nach individueller Fitness etwa 30 bis 40 Lebensjahre zum aktuellen Alter einer Person hinzu. Nicht jeder ist dafür geeignet. Das Alter der Testperson sollte zwischen 15 und 60 Jahren liegen. Ältere Personen dürfen den Simulationsanzug nur anlegen, wenn sie ausreichend fit sind. Personen mit geschwächtem Gesundheitszustand, gebrechliche und schwangere Personen sollten die Simulation nicht ausprobieren. Die Simulation sollte auch nicht bei Kindern angewendet werden, wenn deren Bewegungsapparat noch nicht vollständig ausgewachsen ist. Die Kleinen sind in der Regel schon glücklich, wenn sie die Ohrenschützer aufsetzen dürfen und durch die Schutzbrille schauen dürfen. Im Altersbereich zwischen 15 und 25 Jahren hat die Simulation eine etwas stärkere Wirkung hinsichtlich der körperlichen Kraft, während sie hinsichtlich der Beweglichkeit und der sensorischen Einschränkungen weniger stark wirkt.
Achtung: Niemand darf durch die Alterssimulation schockiert, deprimiert oder traumatisiert werden!
- Das Anziehen beginnt mit dem Anlegen des Schutzanzugs. Jacken und Pullover sollten ausgezogen und beiseitegelegt werden, Schuhe sollten ausgezogen werden. Der Schutzanzug dient dem Schutz der Kleidung und der Verbesserung der Hygiene. Die Größe des Schutzanzugs wird durch Umschlagen der Ärmel nach Bedarf angepasst.
- Die Spezialweste wird angezogen und die neun Gewichte werden in die Taschen gesteckt. Das zusätzliche Gewicht vermittelt der Testperson einen ersten Eindruck davon, was eine Gewichtsbelastung für den Körper bedeutet, ähnlich wie bei Übergewicht. Bei Personen, die schwächer als der Durchschnitt sind, können die Gewichtstaschen leer bleiben. Zusätzlich zum Gewicht auf der Brust können nun die seitlichen Riemen an beiden Seiten der Weste verwendet werden, um den Oberkörper weiter zusammenzudrücken und so Atembeschwerden zu simulieren.
- Nun werden die Kniebandagen angelegt (vier Knöpfe beim Modell Beta, zwei Verbindungsstücke beim Modell Alpha). Die Kniebandagen simulieren eine eingeschränkte Beweglichkeit. Die Kniebandagen des Modells Beta ermöglichen verschiedene Einschränkungsgrade, allerdings sollte aus Gründen der Realitätsnähe nur eine leichte Einschränkung vorgenommen werden. Es ist möglich, die Bandagen anzulegen, während die Person steht, aber es ist auch möglich, dies bei einer sitzenden Person zu tun, die das Bein für den Vorgang ausstreckt. Wenn ein tiefer Campingstuhl ohne Armlehnen verwendet wird, wird die Person später überrascht sein, wie schwer es ist, die Schuhe wieder anzuziehen und aufzustehen.
- Als Nächstes werden die Ellenbogenbandagen angelegt (drei Knöpfe beim Modell Beta, ein Verschluss beim Modell Alpha). Die Bandagen simulieren eine eingeschränkte Beweglichkeit. Die Bandagen werden bei ausgestrecktem Arm angelegt. Sie sollten eng am Körper anliegen, aber nicht zu fest angezogen werden. Das Greifen über den Kopf wird nun schwieriger, sollte aber nicht unmöglich sein.
- Die schwereren Gewichte werden nun oberhalb der Knöchel befestigt, müssen aber dennoch das Tragen von Schuhen ermöglichen. Diese Gewichte simulieren die verminderte Kraft in den Beinen. Zusammen mit den Gewichten in der Simulationsweste lässt sich der Effekt am besten beim Treppensteigen demonstrieren.
- Die Testperson erhält nun die Handschuhe, um sie selbst anzuziehen. Die Handschuhe simulieren einen verminderten Tastsinn. So wird es beispielsweise jetzt schwieriger, Medikamente auszupacken.
- Die kurzen, fingerlosen Handgelenkschützer können angelegt werden, um steifere Finger (Grundgelenke der Hand) zu simulieren.
- Nun werden die leichteren Gewichte um den unteren Teil der Arme gelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass eine Armbanduhr die Testperson nicht verletzt. In Verbindung mit der eingeschränkten Beweglichkeit der Arme können die Testpersonen nun erleben, wie viel schwieriger es ist, nach benötigten Gegenständen zu greifen und sie festzuhalten.
- Die Halskrause wird der Testperson um den Hals gelegt, wobei die Öffnung nach hinten zeigt. Dadurch wird der seitliche Drehwinkel des Kopfes eingeschränkt, was wiederum das Sichtfeld einschränkt.
- Die Testperson erhält nun die Schutzbrille, um sie selbst aufzusetzen. Die eigenen, empfindlichen Brillen der Testpersonen sollten an einem sicheren Ort beiseite gelegt werden, während die Schutzbrille über eine stabile Brille gesetzt werden kann. Die Schutzbrille mit dem Modell Alpha simuliert drei Effekte: die periphere Einschränkung des Gesichtsfeldes, eine unschärfere Sicht und eine Veränderung des Farbsehens. Beim Modell Beta gibt es eine Simulationsoptik, die diese drei Effekte genauer simuliert und zusätzlich noch zwei weitere Effekte: eine leichte Makuladegeneration und einen erhöhten Beleuchtungsbedarf. Hier gibt es zwei Stufen, die jeweils 20 Lebensjahre mit einem Visier hinzufügen. Es sollte mit nur 20 Alterungsjahren begonnen werden, d. h. das Visier sollte hochgeklappt sein.
- Nun werden die Ohrenschützer aufgesetzt. Mit zunehmendem Alter lässt das Hörvermögen nach, insbesondere höhere Frequenzen werden von älteren Menschen nicht mehr wahrgenommen.
- Der Anziehvorgang ist nun abgeschlossen, und nun können kleine Aufgaben gestellt werden, die die Auswirkungen des Alters veranschaulichen, z. B. das Anziehen von Schuhen mit Schnürsenkeln, das Treppensteigen, das Lesen von Informationen zu Medikamenten, das Öffnen von Verpackungen, die Bedienung eines Mobiltelefons oder eines Hörgeräts sowie das Herausholen eines bestimmten Geldbetrags aus einer Geldbörse. Aufgaben mit Flüssigkeiten und Aufgaben, bei denen der Simulationsanzug verschmutzt wird, sollten vermieden werden.
Jede Person im Simulationsanzug muss aus Sicherheitsgründen begleitet werden! Der schnelle Alterungsprozess ohne die übliche Anpassungszeit kann zu Schwindel und Schwankungen führen!
Bei einer mehrtägigen Nutzung des Alterssimulationsanzugs sollten der Overall, die Handschuhe und die Nackenstütze am Ende jedes Tages gewaschen werden. Der Overall und die Handschuhe sind maschinenwaschbar, die Nackenstütze sollte von Hand gewaschen werden. Bei Bedarf kann auch die Weste in der Maschine gewaschen und die Bandagen von Hand gewaschen werden. Die übrigen Teile können mit einem Hygienetuch gereinigt werden.
